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Mikrofon "hört" Viren-Infektion
Detektor erkennt Bruch des Krankheitserregers vom Antikörper

M.Cooper/Nature
London (pte/31.08.2001/13:12) - Wissenschaftler der University of Cambridge http://www.cam.ac.uk haben ein medizinisches Mikrofon entwickelt, mit dem Ärzte zukünftig Infektionen am vom Virus produzierten Geräusch erkennen können. Der Virus-Detektor nimmt die Geräusche eingefangener Viren auf, die sich von einem Antikörper befreit haben. Laut dem Chemiker-Team des Chemischen Labors der Uni http://www.ch.cam.ac.uk kann das System einzelne Virenpartikel in einem Flüssigkeitstropfen identifizieren, wie Nature Biotechnologie http://www.nature.com/nbt berichtet. Die "Rupture-EVent Scanning"-Methode (REVS) soll die Früherkennung viraler Erkrankungen wie HIV, Hepatitis und Grippe, deutlich verbessern.

Das System basiert auf Quarzkristallen, die bei der Platzierung in einem elektrischen Feld zu vibrieren beginnen. Die Kristalle werden mit einem Antikörpern umhüllt, an dem Teile des menschlichen Herpes-Virus kleben. Eine Erhöhung der Stromleistung lässt die Kristalle stärker "zittern" und das Virus mit einem begleitenden Berstton abfallen. Die vibrierenden Kristalle nehmen die Geräuschemission wie ein Mikrofon auf und konvertieren sie in einen Impuls auf der elektronischen Anzeige. "Es klingt wie ein Schuss", erklärte Matthew Cooper von der University of Cambridge. Dennoch sind die Emissionen, die im selben Frequenzbereich wie FM-Radiosignale liegen, außerhalb des menschlichen Hörbereichs, so Cooper.

Demnächst sollen Untersuchungen an einem komplizierteren Proteinmix und anderen Molekülen folgen. Der Mikrobiologe Donald Jungkind von der Thomas Jefferson University http://www.tju.edu sieht einen wesentlichen Bedarf in einer verbesserten Methode der Virus-Erkennung. Herkömmliche Techniken hätten ihre Grenzen. Antikörper-Untersuchungen, die virale Proteine erkennen, seien aufgrund ihrer geringen Empfindlichkeit eingeschränkt. Die PCR-Methode (Polymerase-Ketten-Reaktion), die virale DNA erfasst, sei zwar hochsensibel aber aufwendig und teuer, erklärte der Mikrobiologe.

Einen wesentlichen Vorteil des Systems sieht der Immunologe Paul Parren vom Scripps Research Institute http://www.scripps.edu in der Verwendung des Detektors im mobilen Einsatz. Dazu muss das Mikrofon allerdings erst in ein transportables Gerät eingebaut werden. (Ende)



Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Sandra Standhartinger
email: standhartinger@pressetext.at
Tel. +43-1-81140-313



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