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pte090918034 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
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Boni-Skandal: Citigroup-Händler will 100 Mio. Dollar
Gehaltsausrichtung auf langfristigen Unternehmenserfolg gefordert

Manager-Gehälter ethisch nicht mehr vertretbar (Foto: aboutpixel.de, georgmaster)
New York/München (pte/18.09.2009/16:20) - Nur einen Tag nachdem die US-Großbank Citigroup http://www.citi.com die Rückzahlung von 20 Mrd. Dollar Stützungsgelder an die Obama-Administration angekündigt hat, ist das Unternehmen mit einem Vergütungsskandal in aller Munde. Auf einer Finanzkonferenz in New York kritisierte Citi-Chef Vikram Pandit, dass der Leiter der Rohstoffsparte der Bank, Andrew Hall, laut Vertrag Anspruch auf Bonuszahlungen von rund 100 Mio. Dollar hat. US-Medienberichten nach antwortete Pandit auf die Frage, ob das Gehalt Halls exzessiv sei, mit "Ja". Angesichts des Umstands, dass die Citygroup staatlich gestützt wird, denkt der Manager über eine Abspaltung der lukrativen Einheit nach und will restrukturieren und rationalisieren.

"Derzeit sind viele Vergütungsmodelle und Boni an kurzfristig zu erwirtschaftenden Erfolg geknüpft. Nicht nur im aktuellen Fall der Citigroup, sondern auch bei anderen Banken wird deutlich, dass Händler wegen dieses Modells dazu bereit sind, extreme Risiken für die Bank bei den Geschäften einzugehen. Geht der Schuss nach hinten los, dann verlieren sie vielleicht ihren Job. Die Verantwortung für etwaige Verluste haben sie aber nicht zu tragen", so Klaus Aden, Vergütungsexperte und geschäftsführender Gesellschafter bei LAB Lachner Aden Beyer & Company http://www.labcompany.net, im pressetext-Gespräch. Dem Insider nach sollten sich Boni eher auf langfristige Performances beziehen, um Verluste einzuschließen.

Da die Vergütung wie üblich an den Profit von Performance-Zahlen gekoppelt ist, haben die exorbitanten Boni Hall inzwischen ein stattliches Vermögen beschert. 2005 erhielt er bereits 125 Mio. Dollar, fünfmal mehr als der damalige Citi-Vorstandschef Charles Prince. Von den Millionen kaufte sich der Kunstsammler bereits ein über 1.000 Jahre altes Schloss, in dem er wertvolle Werke aufbewahrt. Die Maßlosigkeit dürfte nicht nur die Citigroup unter Zuzwang setzen, sondern auch von der Politik als Steilvorlage für Regulierungen genutzt werden. Die US-Regierung macht sich stark dafür, Exzesse in der Branche einzudämmen und das eigene Engagement zu hinterfragen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090917029/).

"Erst wenn Händler mit ihren Boni dazu gezwungen werden, nachhaltig zu wirtschaften und nicht nur von Quartal zu Quartal zu denken, wird dies auch den Unternehmen helfen", sagt Aden auf Nachfrage von pressetext. Diese Überlegungen treffen bei kontinentaleuropäischen Politikern großteils auf Gehör. Im Fall Citigroup kommt erschwerend hinzu, dass der US-Staat das Institut auf dem Siedepunkt der Krise nur durch 45 Mrd. Dollar Soforthilfe vor dem Aus bewahren konnte. Hinzu kommen Bürgschaften über 306 Mrd. Dollar. Auf ihrem Treffen nächste Woche in Pittsburgh wollen die G20-Staaten neue Kompensationsregeln beschließen. Während die Europäer feste Deckelungen wollen und sich gegen garantierte Bonuszahlungen aussprechen, streben die USA und Großbritannien verschärfte Eigenkapitalregeln an. (Ende)



Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Florian Fügemann
email: fuegemann@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-305



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